Prolog #tpwtth
- julieayden
- 9. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Hallo! :)
Hier findest du den Prolog zu #tpwtth!
Viel Spaß beim Lesen!
Prolog
»Hast du so etwas schon einmal gemacht?«, frage ich. »Also auf einer Clubtoilette gevögelt?«
Wobei wir noch gar nicht vögeln.
Der Typ vor mir drückt mich unter Einsatz seines gesamten Körpers gegen die Kabinenwand, hat meine Beine mit seinen auseinandergeschoben. Mein enges Kleid ist mir bis zu den Hüften hochgerutscht, mein Slip hängt irgendwo zwischen Oberschenkeln und feuchter Mitte, die sehr angetan von dem Kerl ist, der gerade versucht, über meinem Kopf ein Kondom zu öffnen.
»Ich hatte noch nie Sex auf dem Klo«, erkläre ich, atme den Geruch von Cuba Libre ein, während sich eine stattliche Brust an mein Gesicht presst. »Bisher hat sich das nie angeboten. Zumal man sagen muss, dass es auch nicht superhygienisch ist. Äh … Soll ich schon mal dein Hemd aufknöpfen?« Unbeholfen schiebe ich meine Hände zwischen unsere aneinanderklebenden Leiber und widme mich dem obersten Knopf an dem dunklen Kleidungsstück.
Der Typ ächzt. Die Kondomfolie scheint besonders reißfest zu sein.
»Kein Stress«, beruhige ich ihn, fingere jedoch genauso erfolglos an seinem Knopf herum.
Anscheinend war das letzte Glas Aperol eines zu viel …
Ich muss kichern.
»Was ist?«, fragt Fast-Vögelpartner rau.
»Es ist so witzig. Ich bekomme dein Hemd nicht auf, und du scheiterst an dem Kondom.«
Er flucht.
»Alles halb so wild.« Ich tätschle seine rechte Flanke, als wäre er der Labrador unserer Nachbarin, der sich immer so süß auf die Seite dreht, wenn man ihn lobt.
Ich gebe die Knöpfe auf.
Dann eben keine nackte Männerbrust. Was etwas schade ist. Sie fühlt sich extrem fest an. Trainiert?
»Aber, äh … machst du eigentlich Sport? Also irgendwas in der Richtung? Nicht, dass ich darauf stehe. Ich meine, du –«
»Redest du immer so viel beim Sex?«
Sein tiefer Bass beschert mir und meiner Mitte eine Gänsehaut. So ging es uns vorhin schon auf der Tanzfläche. Nur, dass ich uns da bedeutend besser im Griff hatte.
»Na ja, ehrlich gesagt, haben wir ja noch gar keinen Sex«, erwidere ich ungefiltert, was den Kerl dazu bringt, von mir abzulassen.
Ach, fuck.
Das ist mein großes Problem, sagt Honey immer. Dass ich im alkoholisierten Zustand einfach nicht still sein kann. Es fällt mir ja grundsätzlich schon schwer.
Meine Toilettenkabinenbegleitung bringt ein paar Zentimeter zwischen uns, sodass wir uns anschauen können. Ich zu ihm hoch und er auf mich herab. Er stützt sich mit der Hand neben meinem Kopf ab.
Die Beleuchtung in diesem Club ist so beschissen schlecht, dass ich nicht genau ausmachen kann, ob der Typ schwarze oder braune Haare hat. Und das ist für mich normalerweise ziemlich wichtig. Ich vögle nicht mehr mit unnahbaren Schwarzhaarigen seit … der Sache.
Fast-Vögelpartner scannt mein Gesicht. Dann schiebt er in Zeitlupe das ungeöffnete Kondom in seine Gesäßtasche und mein Kleid hinunter. Er streicht es sogar glatt und zupft die Seiten gerade, bis es so ordentlich sitzt, dass ich damit zu meinen Tesla-Bauherren fahren und eine Präsentation über ihr neues Bürogebäude in Berlin halten könnte.
»Sorry«, flüstert meine Begleitung. »Ich kann das nicht.«
»Wie bitte?«
»Ich kann das … nicht.«
»Mich vögeln?«
Er nickt.
Was? Will er mich veralbern?
Gerade war er doch noch so on fire.
»Warum?« Ich klinge aufgebrachter als meine Mutter, als sie vor sechs Jahren erfuhr, dass ich schwanger war.
»Weil du ein gutes Mädchen bist und du mehr verdient hast, als von irgendeinem Typen auf einer Clubtoilette gefickt zu werden.«
Die Art, wie er gefickt ausspricht, lässt alles südlich meiner Körperzonen erneut kribbeln, obwohl kein Millimeter davon befriedigt wird. Wir wissen es alle. Jeder dieser Millimeter und ich.
»Sorry«, murmelt der Typ abermals und verlässt die Kabine.
Kurz danach schließt sich die Tür der Damentoilette.
Und ich stehe allein und ungefickt auf dem Klo des Waschhauses.

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